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Veröffentlicht am 14. Dezember 2025 · von Coinator-Team

Jahresrückblick 2025: Was die On-Chain-Daten erzählen

Ein unsentimentaler Blick auf zwölf Monate Bitcoin-Ökonomie: Mixer-Sperrungen, Mining-Pool-Konsolidierung, Cross-Chain-Verschiebungen und die Entwicklungen, die 2026 prägen werden.

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2025 war kein revolutionäres Jahr für Bitcoin — aber eins mit vielen interessanten strukturellen Verschiebungen. Wir haben unsere Datenbank durchforstet und fassen die wichtigsten Beobachtungen zusammen.

1. Mixer-Landschaft: Weniger, aber zäher

Die Anzahl aktiv genutzter Mixer ist 2025 weiter gesunken. Nach den Beschlagnahmungen von ChipMixer (2023) und Sinbad (2024) hat sich das Restvolumen auf wenige kleinere Dienste und — vor allem — auf CoinJoin-Coordinator-Services verlagert.

Gleichzeitig zeigen unsere Daten: Das Gesamtvolumen klassischer Mixer ist gegenüber 2022 um etwa 80 % gefallen. Aber das Volumen, das über Cross-Chain-Swaps (THORChain, Chainflip, Bridgers) läuft, hat sich vervielfacht. Die Verschleierungs-Nachfrage bleibt — sie sucht sich nur neue Kanäle.

2. Mining-Pool-Konsolidierung

Die Top-3 Mining-Pools halten Ende 2025 zusammen über 60 % der Hashrate (Foundry, AntPool, ViaBTC). Das ist besorgniserregend aus Dezentralisierungs-Sicht, aber für Forensik eher günstig: Coinbase-Patterns und Payout-Muster sind bei konzentrierten Pools leichter zu fingerprinten. Neue Payout-Modelle wie Stratum V2 beginnen sich durchzusetzen, beeinflussen aber noch nicht die forensische Identifizierbarkeit.

3. ETF-Custody-Wallets: Immer größere Fischteiche

Die Bitcoin-Spot-ETFs, insbesondere die US-Produkte, haben Mitte 2025 bereits über 1,3 Millionen BTC unter Verwahrung. Die meisten davon liegen bei einer Handvoll Custodians — überwiegend Coinbase Custody, aber auch Gemini, Fidelity und BitGo. Diese riesigen, gut getaggten Cluster machen es zunehmend einfach, „BTC-fließen-wohin"-Analysen zu machen, weil ein großer Teil des Volumens inzwischen an bekannte Custody-Adressen geht.

4. Regulierung: MiCA wirkt, DAC8 rückt näher

Das volle Inkrafttreten von MiCA zum 30. Dezember 2024 hat europaweit die Compliance-Praktiken von CASPs angeglichen. Bemerkenswert:

  • Travel-Rule wird tatsächlich umgesetzt — wir sehen in den Metadaten deutlich mehr dokumentierte Gegenpartei-Informationen bei Transfers zwischen europäischen CASPs.
  • Selbstverwahrte Wallets sind bei europäischen Börsen heute schlechter unterstützt als 2023 — einige Anbieter verlangen notarielle Wallet-Nachweise.

Mit DAC8 ab 2026 steht die nächste große Veränderung bevor. Wer als Finanzamt noch keine on-chain-Kompetenz aufgebaut hat, sollte jetzt handeln.

5. Die Datenbank wächst

Ein paar Zahlen aus unserer eigenen Arbeit:

  • 37 Millionen Provider-Adress-Tags zum Jahresende — ca. 4 Millionen mehr als 2024
  • 10 Heuristik-Kategorien mit über 40 Einzelverfahren, dokumentiert in unserer Methodik
  • Neu hinzugekommen 2025: Cross-Chain-Swap-Erkennung für THORChain, Chainflip und Bridgers

6. Unser Ausblick auf 2026

Drei Themen werden unser Jahr prägen:

  1. DAC8-Rollout: Finanzbehörden werden flächendeckend CASP-Meldungen erhalten — die Nachfrage nach ergänzender on-chain-Analyse wird entsprechend steigen.
  2. 6. GwRL / AMLA-Vorbereitung: Banken mit Krypto-Exposure bauen Compliance-Prozesse aus. Hier liegt der größte Beratungsbedarf.
  3. Weiterer Ausbau der Cross-Chain-Forensik: Zusätzliche Protokolle, tiefere Multi-Chain-Analyse, Integration mit EVM- und Solana-Analysen.

Wir bedanken uns bei allen Partnern, Kunden und Wegbegleitern des Jahres 2025 — und freuen uns auf 2026.


Das Coinator-Team wünscht ruhige Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.