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Veröffentlicht am 12. Juli 2024 · von Coinator-Team

MiCA tritt in Kraft: Was die Krypto-Verordnung für Ermittler bedeutet

Seit dem 30. Juni 2024 gelten die ersten Teile der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA). Ein Überblick über Zeitplan, KYT-Pflichten und Konsequenzen für Ermittler.

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Mit dem Inkrafttreten der ersten MiCA-Bestimmungen am 30. Juni 2024 beginnt für die europäische Krypto-Landschaft ein neues Kapitel. Die Markets in Crypto-Assets Regulation — kurz MiCA — ist der erste umfassende Regulierungsrahmen für Krypto-Assets in einem großen Wirtschaftsraum und verändert die Spielregeln für Börsen, Wallet-Anbieter, Stablecoin-Emittenten und Ermittler gleichermaßen.

Der Zeitplan im Überblick

  • 30. Juni 2024 — Stablecoin-Regeln (Titel III und IV) gelten
  • 30. Dezember 2024 — Vollumfängliches Inkrafttreten aller MiCA-Bestimmungen
  • Übergangsfristen — Bestehende CASPs (Crypto-Asset Service Providers) haben in vielen Mitgliedstaaten bis 2026 Zeit, eine Lizenz zu erlangen

Was ändert sich für Ermittler?

Die für unsere Arbeit bedeutendste Neuerung ist die Travel Rule in Kombination mit der EU-Geldtransfer-Verordnung (TFR). CASPs müssen bei Überweisungen zwischen Krypto-Anbietern ab dem ersten Euro Absender- und Empfänger-Informationen austauschen — ähnlich wie es im klassischen SWIFT-Banking üblich ist.

Für institutionelle Ermittlungen heißt das:

  • Bessere Auskunftsersuchen: CASPs müssen dokumentieren, wer hinter einer Einzahlung steckt — auch bei kleinen Beträgen.
  • Risk-Scoring wird Pflicht: Börsen müssen bei eingehenden Transaktionen die Gegenpartei-Adresse prüfen. Selbstverwahrte Wallets unterliegen zusätzlichen Dokumentationspflichten.
  • Sanktions-Listen werden aktiv abgeglichen: Adressen auf OFAC- oder EU-Sanktionslisten dürfen nicht bedient werden.

Was MiCA nicht regelt

MiCA erfasst keine vollständig dezentralen Protokolle — DeFi, DEXs ohne Identifier und Peer-to-Peer-Transaktionen ohne CASP bleiben außerhalb des Anwendungsbereichs. Für forensische Ermittlungen bedeutet das: genau diese Bereiche bleiben das Haupt-Betätigungsfeld on-chain-basierter Analyse-Werkzeuge.

Ein regulierter CASP liefert uns Namen zu Adressen. Coinator liefert uns die Spuren dorthin.

Unsere Einschätzung

MiCA bringt deutlich mehr Dokumentation, mehr Standardisierung und — mittelfristig — mehr Kooperation zwischen europäischen CASPs und Ermittlungsbehörden. Gleichzeitig verschiebt sich das „Katz-und-Maus-Spiel" weiter auf die nicht-regulierten Ränder: Cross-Chain-Swaps, CoinJoin-Dienste, DEX-Aggregatoren. Diese Ränder sind genau der Bereich, in dem transparente, dokumentierte Forensik-Tools wie Coinator ihren Wert entfalten.

Mehr zur Methodik, mit der Coinator CoinJoin-Transaktionen und Cross-Chain-Swaps erkennt, finden Sie in unserer Methodik-Übersicht.